Magnifica Humanitas – Stimmen aus der Christlichen Sozialethik

Am 15. Mai 2026 unterzeichnete Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika: Magnifica Humanitas. Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Zum 135-jährigen Jubiläum der ersten Sozialenzyklika (Rerum Novarum von Papst Leo XIII.) stellt er sich explizit in die lebendige Tradition der Katholischen Soziallehre und möchte seinen Beitrag im Licht der Neuerungen unserer Zeit leisten (vgl. MH 3-4).

Auf dieser Seite sammeln wir Kommentare und Beiträge zu MH von Vertreter:innen der Christlichen Sozialethik, besonders unserer Mitglieder.

Weitere Sammlungen mit Veröffentlichungen von Sozialethiker:innen zu zeitgenössischen Themen finden sich hier.

Hinweis: Die Liste wird laufend aktualisiert. Wir bitten um Hinweise und Ergänzungen an die Redaktion.

CfP: Symposion Law and Religion in Times of Crisis, Challenges and Change

Das REL-Symposium 2027 findet am 19. März 2027 an der Fordham University London unter dem Titel „Choices and Consequences: Decision-Making Across Ethics, Religion, and Legal Thought“ statt. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen Entscheidungen treffen und wie ethische, religiöse, historische und rechtliche Traditionen unser Verständnis von praktischer Vernunft und gesellschaftlicher Entscheidungsfindung prägen. Willkommen sind sowohl theoretische und metaethische als auch anwendungsbezogene Beiträge – etwa zu KI-Governance, Recht und Rechtsprechung, Bildungspolitik, Bioethik, Umweltentscheidungen oder professionellem Handeln – sowie Arbeiten zu Gerechtigkeit, Menschenwürde und Gemeinwohl.

Das Symposium versteht sich als interdisziplinäres Forum an der Schnittstelle von Theologie, Ethik, Philosophie, Religionswissenschaft und Rechtswissenschaft; ausgewählte Beiträge können anschließend in einem Sammelband veröffentlicht werden. Besonders zur Einreichung eingeladen sind Doktorand:innen und Early-Career-Forschende.

Abstracts mit maximal 300 Wörtern können bis zum 1. Dezember 2026 an symposium@rel-project.com eingereicht werden; ob die Tagung online oder hybrid in London stattfinden wird, hängt derzeit noch von einer Förderentscheidung ab

Weiterführende Informationen und den Volltext des Calls finden Sie hier.

 

Stellenausschreibung in Graz: Professur für Moraltheologie

An der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz ist mit Oktober 2027 die Professur für Moraltheologie neu zu besetzen.

Das Forschungsprofil der Professur umfasst neben moraltheologischen Grundlagen auch Bereichsethiken wie beispielsweise Beziehungsethik oder Bioethik. Der Stelleninhaber bzw. die Stelleninhaberin wird diese Themenfelder weiter profilieren sowie durch neue Schwerpunkte zur Profilbildung des Instituts und der Fakultät beitragen.

Eine inner- und außeruniversitäre Vernetzung des Instituts für Moraltheologie, etwa im Rahmen von Profilbereichen, Forschungsnetzwerken oder anderen Kooperationsformen, wird erwartet, ebenso die weiterführende aktive Beteiligung am CEEPUS-Netzwerk Bioethik (Central European Exchange Programme for University Studies).

Neben entsprechenden Qualifikationen und Publikationen in der Moraltheologie, Drittmittelerfolgen, Auslands- und Führungserfahrung sollen Bewerber:innen hohe persönliche Motivation zu wissenschaftlicher Exzellenz in Forschung und Lehre, eine verantwortungsbewusste Arbeitsweise sowie die Fähigkeit zur Zusammenarbeit in Forschungsteams und zur Inspiration von Kolleg:innen und Studierenden mitbringen. Freude an der Arbeit mit Menschen in einem interdisziplinären und international orientierten Umfeld wird ebenso vorausgesetzt wie wissenschaftliche Integrität und Problemlösungsfähigkeit.

Der voraussichtliche Termin für das öffentliche Hearing ist am 10. und 11.3.2027.

Die Bewerbungsfrist endet am 14.10.2026.

Zur Ausschreibung im Jobportal der Universität Graz.

Tagungsankündigung Mainz: Die Katholische Kirche und das Projekt der Demokratie. Neue Herausforderungen in postliberalen Zeiten

Die Tagung findet am 5. und 6. März 2027 in Mainz (Erbacher Hof) statt. Hermann-Josef Große Kracht (Darmstadt) und Jonas Hagedorn (Paderborn) haben die Tagung inhaltlich vorbereitet.
Zu den Inhalten der Tagung: Die (alten und) neuen ‚rechts-katholisierenden‘ Aufbrüche, die in den letzten Jahren nicht nur, aber vor allem in den USA auf sich aufmerksam machen, fordern die Katholische Kirche heraus, ihr Verhältnis zur demokratischen Politik und zu den modernen demokratischen Gesellschaften neu zu überdenken. Dabei ist auch zu klären, ob das Modell einer ‚liberalen Demokratie‘ in den Krisenzeiten der Gegenwart noch aussichtsreich und anschlussfähig sein kann oder ob andere Formen und Modelle demokratischer Politik an der Zeit sind – und sich in Zukunft durchsetzen werden, zumal der Verdacht im Raum steht, dass der Rekurs auf die gegenwärtig allenthalben angerufene ‚liberale Demokratie‘ selbst schon ein ideologisch aufgeladenes Rückzugsprojekt ist. Das Grundgesetz der Bundesrepublik kennt den Begriff der ‚liberalen Demokratie‘ jedenfalls nicht; es spricht bekanntlich vom ‚demokratischen und sozialen Bundesstaat‘. In diesem Rahmen ist es an der Zeit, sich über Kirche, Staat und Demokratie ‚in postliberalen Zeiten‘ zu verständigen.

Im Fokus der Mainzer Tagung sollen die Bedrohungen und Gefahren, aber auch die Chancen und Potenziale der Katholischen Kirche der Bundesrepublik Deutschland stehen, die – allen Entkirchlichungstendenzen zum Trotz – noch immer zu den großen Träger- und Unterstützungsgruppen der bundesrepublikanischen Demokratie gehört; einer Demokratie, die auch weiterhin auf politisch-moralischen Support durch die Katholische Kirche und ihre Mitglieder angewiesen sein dürfte – und die dazu womöglich eine Katholische Kirche ‚braucht‘, die politisch nicht einfach ‚liberal‘ sein will, die sich aber auch erfolgreich gegen ‚rechts-katholisierende‘ Versuchungen wappnen kann; eine Kirche jedenfalls, die sich darum bemüht, ihr Verhältnis zu den liberalen ebenso wie zu den postliberalen Herausforderungen der Gegenwart zu klären.

Einen ausführlichen einführenden Text zur Tagung und das Programm samt Referent:innen können Sie HIER einsehen.

Wer an der Tagung Interesse hat, kann sich bei Frau Leichtweiß unter der Mailadresse s.leichtweiss@thf-paderborn.de anmelden.

Call for Papers: Freie Forschungsbeiträge zur Sozialethik im Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften

Die Redaktion des Jahrbuches für Christliche Sozialwissenschaften (JCSW) lädt herzlich dazu ein, einen wissenschaftlichen Beitrag zu einem frei gewählten Thema der Sozialethik zur Publikation in ihrer Rubrik „Freie Forschungsbeiträge zur Sozialethik“ einzureichen. Das JCSW ist das Leitmedium der (katholischen) theologischen Disziplin „Christliche Sozialethik“ im deutschsprachigen Raum. Es ist in seiner Ausrichtung ökumenisch, interdisziplinär, international und an den Lebenswirklichkeiten der Menschen orientiert. In der Rubrik „Freie Forschungsbeiträge zur Sozialethik“ werden in jeder Ausgabe des JCSW bis zu drei sozialethische Beiträge zu einem frei gewählten sozialethischem Thema veröffentlicht.

Der Gesamtumfang des Manuskripts soll nicht mehr als 48.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Fußnoten) umfassen. Eingereichte Beiträge (in dt. oder engl. Sprache) durchlaufen ein vollständig anonymisiertes double-blind Peer Review Verfahren.
Die Einladung richtet sich an alle Wissenschaftler*innen der Christlichen Sozialethik und ihrer Bezugswissenschaften. Die Redaktion freut sich besonders über Einreichung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Einsendeschluss der vollständigen Beiträge (dt. oder engl.) ist der 31. Januar 2027.

Weitere und ausführliche Informationen finden Sie auf der Homepage des JCSW oder im beigefügten Call for Papers.

 

Amosinternational-Sonderausgabe: Sozialethische Kommentierungen zu Magnifica Humanitas

Vor wenigen Jahren war Künstliche Intelligenz ein abstraktes Phänomen, „eine entfernte Verwandte von Robotik, Automatisierung und dem Internet“. Heute beherrscht sie unseren Alltag, beeinflusst, wie wir miteinander kommunizieren, in sozialen Beziehungen interagieren, und sie entscheidet zunehmend darüber, wer wirtschaftliche und politische Macht entfalten kann. Die KI-Technologie und die damit einhergehenden Transformationen ihrer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen fokussiert der Papst nun in seiner ersten Enzyklika, die er am 15. Mai 2026 unterzeichnete.
Die von Hermann-Josef Große Kracht und Jonas Hagedorn koordinierte Sonderausgabe von Amosinternational zu Magnifica humanitas hat zum Ziel, einige Aspekte der Sozialenzyklika Leos XIV. mit Beiträgen von Anna Puzio, Bernhard Emunds, Michelle Becka und Christian Spieß zu vertiefen. Die Sonderausgabe widmet sich der Einordnung ihrer Inhalte in die Geschichte der päpstlichen Sozialverkündigung, aber auch den KI-ethischen, wirtschaftsethischen, friedensethischen und politisch-theoretischen Perspektiven, die in ihr deutlich werden.

Nähere Informationen zum Inhalt der Sonderausgabe finden sich hier. Eine Gratisausgabe der Amosinternational-Sonderausgabe ist über den Link bestellbar.

Ankündigung Tagung in Wiesbaden-Naurod Semptember 2027: „Konkurrenzlos gute Theologie“

Die von der Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie (VAKT) organisierte Tagung „Konkurrenzlos gute Theologie“ wird vom 29. September bis 1. Oktober 2027 im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod stattfinden.

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Ansätze, überraschende Ideen und verschiedene Formen der Theologie im deutschprachigen Raum – und die Frage, wie sie sich entwickeln kann. Die Tagung soll einen Rahmen zum Kennenlernen und zum Austausch gerade auch für die Mitglieder der Junior-AGen und der Nachwuchsnetzwerke bieten.

Hierbei handelt es sich um eine Terminankündigung. Nähere Informationen zur Anmeldung und dem Programm folgen, sobald diese von den Veranstaltenden veröffentlicht werden.

Stellenausschreibung in Frankfurt: Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in am NBI

Am Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik (NBI) in Frankfurt ist zum 1. Dezember 2026 die Stelle einer:s Wissenschaftliche:n Mitarbeiter:in (m/w/d) zu besetzen. Der Stellenumfang beträgt 50 % befristet auf drei Jahre (mit der Möglichkeit einer Verlängerung).

Gesucht werden Personen mit Hochschulstudium in Katholischer Theologie, Philosophie, Politischer Theorie oder einer Sozialwissenschaft (einschließlich Ökonomie). Weiters werden u.a. Kenntnisse in philosophischer oder theologischer Ethik, ausgeprägte Forschungskompetenzen und Interesse an interdisziplinärem Arbeiten sowie an Wirtschafts- und Sozialpolitik erwartet.

Bewerbungen können bis zum 1. Oktober 2026 eingereicht werden.

Zur Ausschreibung als PDF, zur Meldung auf der Website des NBI.

 

Stellenausschreibung in Mainz: Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in – Christliche Anthropologie und Sozialethik

Im Fach Christliche Anthropologie und Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Katja Winkler) ist zum 15. Oktober 2026 eine Stelle als Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Praedoc oder Postdoc) zu besetzen.

Gesucht werden Personen mit abgeschlossenem wissenschaftlichen Hochschulstudium, vorzugsweise im Bereich Katholische Theologie, einem aktuellen Forschungsprojekt im christlich-sozialethischen Bereich sowie sehr guten Deutsch- und Englischkenntnissen.

Erwünscht sind außerdem religionssoziologische Kenntnisse, Erfahrungen in der (universitären) Lehre sowie in der Beantragung von Drittmitteln.

Im Fall einer Bewerbung als Postdoc wird eine Promotion, vorzugsweise im Fach Theologische Sozialethik oder Christliche Sozialwissenschaften, erwartet.

Die Bewerbungsfrist endet am 16.08.2026.

Zur Ausschreibung.

Call for Papers: Theologie explizit machen

Von 8. bis 9. März 2027 veranstaltet der akademische Mittelbau der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main die Tagung: Theologie explizit machen! Verstehen und Entdecken über Fachgrenzen hinaus.

Anknüpfend an die Vielfältigkeit der Theologie wird ein Forum geboten, um aktuelle Ansätze und Aufbrüche in der wissenschaftlichen Theologie zu besprechen – und zwar so, dass diese über übliche Grenzen theologischen Fächer hinweg verstanden werden können. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen Arbeiten aus der Theologie und theologienaher Bereiche der Philosophie daher explizit gemacht, d. h. ohne Rückgriff auf ungeklärte Fachbegriffe erläutert werden. Es wird gemeinsam versucht, unterschiedliche Beiträge anhand der jeweiligen Thematik nachzuvollziehen, die Begriffe gemeinsam zu schärfen und so gegenseitig zu neuen Verknüpfungen zu inspirieren.

Wissenschaftler:innen in der Qualifikationsphase sind herzlich eingeladen, Abstracts für Präsentationen einzureichen. Gerade für den fächerübergreifenden Ansatz der Tagung sind Sichtweisen aus der Chrstlichen Sozialethik hilfreich und wichtig. Deadline ist der 15.8.2026.

Weitere Informationen als PDF.

Stellenausschreibung: Akademische:r Rat:Rätin oder Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in für Ethik an der RWTH Aachen

Am Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen ist zum 01. Oktober 2026 eine unbefristete Vollzeitstelle als Akademische:r Rat:Rätin bzw. Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (m/w/d) mit dem Schwerpunkt Ethik zu besetzen. Die Stelle ist den Lehr- und Forschungsgebieten der systematischen Theologie sowie Religionspädagogik und praktischen Theologie zugeordnet und wird mit A13 bzw. TV-L 13 bewertet.

Gesucht wird eine wissenschaftliche Persönlichkeit mit abgeschlossenem Promotionsstudium der Theologie oder einer benachbarten Disziplin und ausgewiesenem Interesse an theologischen und ethischen Fragestellungen. Erwünscht sind insbesondere Forschungsschwerpunkte in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Technikethik, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, religiöse Bildung in pluralen Gesellschaften oder Theologie im Kontext globaler Herausforderungen. Zu den Aufgaben gehören u.a. die Mitwirkung in Lehre und Forschung, die selbstständige wissenschaftliche Arbeit im Bereich der theologischen Ethik, die Durchführung von Lehrveranstaltung sowie Mitarbeit an Drittmittelprojekten.

 

Die Bewerbungsfrist ist der 06. August 2026.

Weitere Informationen zu den Profilanforderungen und dem Bewerbungsverfahren finden sich in der vollständigen Stellenausschreibung auf der Website der RWTH Aachen.