In einem am 30. September erschienenen Spiegel Online Interview mit dem Titel „Drei Fehlannahmen hinter den Reformen“ klärt Bernhard Emunds, Professor für Christliche Gesellschaftsethik und Sozialphilosophie und Leiter des Nell-Breuning-Institut in Frankfurt am Main, über sozialpolitische Reformprozesse auf.
Vor dem Hintergrund des Misstrauens der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung unter Merz und ihrer Reformpolitik diskutiert Emunds drei entscheidende Fehlannahmen über sozialpolitische Reformen. Darunter zählen vorallem 1. der mangelnde öffentliche Streit über die Verteilung höherer Abgabenlasten, 2. der Glaube, dass niedrigere Lohnnebenkosten oder Steuersenkungen eine wirtschaftliche Hochkonjunktur zur Folge hat, und 3. die Tabuisierung von Bundeszuschüssen zu den Sozialversicherungen. Neben Schwächen der aktuellen Reformpolitik erläutert Emunds auch mögliche Verbesserungsvorschläge, wie starke Reformen aussehen könnten.